Von Meret Arnold

Der Titel von Heidi Arnold-Trudels Ausstellung im Freuler­­palast in Näfels stellt implizit die Frage. Nylon, Draht, Videobänder lautet die Antwort und macht gleich deutlich, dass es sich hier nicht um eine traditionelle Weberin handelt. 

Zu Beginn ihrer Tätigkeit war Heidi Arnold fasziniert von den Eigenschaften  der Kunstfaser Nylon und es wurde zu ihrem bevorzugten Webmaterial. Mit Nylon war Transparenz im Material selbst angelegt und musste nicht wie gewöhnlich im Weben über die Dichte von Kette und Schuss, also über die Zwischenräume erzeugt werden. Die Transparenz setzt Heidi Arnold auf vielfältige Art und Weise in ihren Arbeiten ein: in Doppel- geweben oder anderen Formen von Materialüberlagerungen, in Schattenwürfen, im Austausch mit dem Raum und nicht zuletzt in den Materialwirkungen selbst. Bei alldem spielt die Fähigkeit von Nylon, Licht zu reflektieren eine wichtige Rolle.
 

Das Licht verleiht den Nylongeweben ihre schillernde, oftmals fliessende Qualität, die sich in jeder räumlichen Situation wieder anders gestaltet.

Heidi Arnold lässt sich gerne von einem Material oder zufälligen Situationen 
und Konstellationen leiten. Auslöser für neue Ideen können die Reste eines vergangenen Projekts sein, zufällige Nachbarschaften von Geweben und Objekten oder die Entdeckung eines neuen Materials sein. Letzteres war der Fall beim Videoband. Es fiel ihr in die Hände, als die Videosammlung zuhause aufgrund der Digitalisierung plötz­­lich ­obsolet wurde. Das Magnetband weist zwar ganz andere Qualitäten auf als Nylon. Es ist opak, schwarz, breit und flach und reflektiert das Licht viel härter. Doch gerade diese spezifischen Eigenschaften inspirierten Arnold zu einer Reihe von Arbeiten und bereiteten ihr den weiteren Weg. 

Häufig beginnt bei Heidi Arnold ein neues Projekt mit einem Experiment, das ­offen lässt, wohin es führt. Die Formate, Medien und Techniken sind dementsprechend vielfältig. Es entstehen künstlerische Bilder, Objekte und Installationen aber auch Gebrauchsgegenstände wie beispielsweise Küchentücher, Teppiche oder Raumteiler. Die Grenze zwischen Designobjekt und Kunstwerk bleibt offen. Interessant ist, dass alle ­Arbeiten, auch wenn Arnold Videobänder und Farbe auf Holz verwendet, im Weben verwurzelt bleiben. Das Weben, die Technik des Verbindens von vertikalen und horizon­talen Fäden, bleibt der Ausgangspunkt, führt aber zu unterschiedlichsten Ergebnissen. 

«Nylonbilder»

Textilien und Text, Weben und Schreiben haben viele Parallelen. In der Sprache haben sie einen gemeinsamen Ursprung: das lateinische texere bedeutet «weben, flechten». In dem Nylonbild erscheinen die lose in Schlingen und Schleifen an der Kette befestigten Fäden wie ein handschriftliches Gekritzel. Sie widersprechen den regelmässig gewo­­benen schwarzen und transparenten Bahnen, die das Muster des Gewebes bilden. Es sind Störungen in der Fliessbandarbeit, widerspenstige, eigensinnige Fäden in der gleichmässigen Bewegung von links nach rechts.

Bei Heidi Arnold finden sich immer wieder Themen, die das Weben als Tätigkeit und als Technik aufgreifen, um daraus Werkideen zu entwickeln. Das zweite Nylon­bild wirkt, als ob die Situation am Webstuhl in ein Bild übertragen worden sei. Der Web­rahmen wird zum Bilderrahmen, zwischen den sich vertikal die Kette aus trans­paren­ten Nylonfäden spannt. Im Mittelbereich «hängt» ein Stück gewobene Fläche, ein schwarzes und weisses Rechteck. Das schwarze Doppelgewebe wölbt sich reliefartig und wird durch die Lichtreflektionen noch plastischer. Eine rote Line schiesst hori­zontal über die beiden Flächen und verbindet sie. Die auf allen Seiten sichtbaren Kett­fäden machen deutlich, wie ein Gewebe entsteht und scheinen die Möglichkeit für unendlich viele Gewebeformen und -muster offenzulassen.

«Halt im Raum»

«Wenn ich meine Ware vom Webstuhl nehme, bin ich häufig enttäuscht und lege das Gewebe zur Seite oder hänge es irgendwo auf. Vielleicht revidiert die Zeit mein Urteil. Oder es bringt mich plötzlich auf neue Ideen. Auch das erste Werk der Gruppe «Halt im Raum» entwickelte sich beiläufig. Der Prototyp, eine relativ schmale Bahn eines Doppelgewebes aus Nylon und Baumwolle, hing eine Weile in einer Ecke – zufälligerweise neben einer Kletterpflanze, die dringend eine Stütze benötigte. Ich dachte, dass es ganz praktisch wäre, wenn die Ranke am Gewebe weiterwachsen könnte. Und so entstand die Installation für die IGW-Ausstellung ‚Fliessende Grenzen’.»
Das transparente Doppelgewebe gibt der Pflanze Halt: in seinem Zwischenraum kann sie emporklettern und wird mit Licht versorgt. Es setzt ihr aber auch Schranken: Die Ranken haben nur innerhalb der Gewebegrenzen eine Stütze. Diese Rahmen die Pflanze wie ein Bild, das aufgrund der Transparenz des Nylons in jedem Raum ein anderes ist.

Heidi Arnold hat noch zwei weitere solche Arbeiten geschaffen. In der zweiten steckt eine Glühbirne zwischen dem Gewebe. Sein Licht wird an dem dunkelblauen Gewebe reflektiert, das je nach Lichtfarbe der Lampe eine andere Qualität erhält. Das Doppelgewebe aus Nylon ergibt einen Moiré-Effekt, der in der dritten Arbeit besonders zum Tragen kommt. Heidi Arnold verstärkte das Gewebe mit Elektro- und Kupferdraht, sodass sie es knüllen konnte, was die Licht- und Schattenkontraste viel­fäl­tiger werden lässt. Wie ein Schwall scheint sich die licht durchflutete Masse auf den Boden zu ergiessen, wobei sie den Boden aber knapp nicht berührt und sich so die ­Leichtigkeit und Bewegung erhält. Auch hier fügte sie Objekte hinzu, die man aber erst bei näherem Hinsehen entdeckt: Es sind kleine Insekten, die verteilt in der Gewebewoge zu tanzen scheinen.

«Container Carpet»

Viele Arbeiten von Heidi Arnold bewegen sich zwischen Gebrauchsgegenstand und künstlerischem Objekt. So auch der «Container Carpet», der für die Ausstellung «Fäden Farben Formen» der IGW im Jahr 2002 entstand. Heidi Arnold webte einen kompakten Teppich aus Nylon, Sisal und Trikotband, der in der Mitte von einem Nylon­doppelgewebe durchbrochen wird. Wie ein Bach bewegt sich das unregelmässig geknüllte Band durch den Teppich. Einmal mehr erhält 

das Licht reflektierende Nylon eine fliessende Qualität. Wie der Titel besagt, ist der Mittelstreifen aber auch ein Behälter, ein Container, der unterschiedliche Dinge mit sich führen kann. Heidi Arnold füllte ihn schon mit Steinen oder Rosen; und auch für den Wohnraum unüblicheres Material wie eine Petflasche oder ein Teesieb schwimmen manchmal neben Zweigen oder Muscheln. 

«Fiffi und Raupe»

Reste entwickeln bei Heidi Arnold häufig ein Eigenleben. Wie Phönixe aus der Asche erheben sich aus den Resten neue Ideen und Formen. «Fiffi» und «Raupe» haben ihr Dasein der Installation «Halt im Raum» zu verdanken. Arnold fing an mit dem Material zu spielen. Sie knickte und knüllte das mit Elektro- und Kupferdraht verstärkte Nylongewebe und 

bearbeitete es, bis zwei Formen entstanden, die ihr gefielen. Beide weisen im Innern einen Hohlraum auf. Sind es Skulpturen, Schalen, eine Tüte? Heidi Arnold lässt die Antwort offen. Sie heissen «Fiffi» und «Raupe», doch was sie genau sind, wissen vielleicht nicht mal sie selbst.

«13 x 13»

Das Werk «13 x 13» schuf Heidi Arnold für die gleichnamige Ausstellung der Regionalgruppe Zürichsee. Sie fertigte ein Gewebe aus Nylon und schwarzer Baumwolle, das sie anschliessend in hundert Flächen à 13 x 13 cm teilte. Den schwarzen Schuss variierte sie in der Dichte: So formten sich unterschiedliche Muster von beinahe geschlossen schwarzen Flächen bis zu Linienreihen in grösseren Abständen. Von den geschnittenen Quadraten befestigte sie jeweils zwei übereinander auf dünne Metallstäbchen und ordnete die Gestecke auf einer weiss gestrichenen Platte zu einem Quadrat an. Die Stücke wellen sich in verschiedene Richtungen, sodass sich eine luftige, flatternde Oberfläche 

bildet. Eine andere Dynamik ergibt sich durch den Farbverlauf zwischen der dunkleren Mitte und den helleren Rändern. Das dunkle Zentrum scheint einen Sog auf die Einzelteile auszuüben und hält sie dadurch beisammen. Dadurch, dass die Quadrate an den oberen Enden der Metallstäbchen angebracht sind, entsteht ausserdem der Eindruck, als würden sie über dem Boden schweben. Eine weitere Ebene erhält das Werk durch die Schattenwürfe auf der weissen Fläche, die Reflektionen des Lichts im transparenten Nylon sowie die Muster und Tiefenwirkungen, die sich aus den Kombinationen und Überlagerungen der Gewebestücke entwickeln.

«Lichtsack»

Mit dem «Lichtsack» hat Heidi Arnold eine Skulptur geschaffen, die – wie der Titel besagt – Licht einfangen kann. Sie webte ein quadratisches Gewebe von 130 x 130 cm Grösse aus Nylon und schwarzer Baumwolle, das sie diagonal faltete und hängend im Raum installierte. Es entstand ein durchsichtiger, dreidimensionaler Körper, dessen Volumen von den 

schwarzen Baumwollstreifen gefasst wird. Aufgrund des transparen­ten, gewellten Gewebes ergeben sich vielfältige Muster und Farbeffekte. Scheint Licht direkt auf das Gebilde, ist es, als würde der Sack die Strahlen einfangen und sich mit Licht füllen.

«Schattenwürfe»

«Eines Abends spielte ich mit den Geweberesten der Installation «13×13». Ich rückte eine Lampe ­heran und beobachtete die Schattenwirkungen. Hielt ich die Stoffstücke nahe ans Licht, entstand ein klar umrissenes Schattenbild; bewegte ich die Lampe weiter weg, verschwammen die Formen. ­Fasziniert holte ich die Kamera und fing das Schauspiel ein.» 

Die Schwarzweiss-Fotografien ­zeigen ­vergrösserte Detailaufnahmen der Gewebstücke im Zusammenspiel mit ihren Schatten. Heidi Arnold präsentierte die Bilder zusammen mit den Geweben, die vor den fotografischen Vergrösserungen wie kleine Skulpturen wirkten.

«Rosengänge»

Küchentücher gehören zum Standardrepertoire der meisten Weberinnen. Auch Heidi Arnold fertigte bereits einige Küchentücher. Doch wie so oft bleibt es bei ihr nicht dabei: das Küchentuch wird unbrauchbar, weil sie es in Nylon webt und schlussendlich hängt es als künstlerisches Objekt an der Wand. In der Ausstellung «Impuls» [wo, von wem] inszenierte sie derartige Küchentücher als Hommage an alle Frauen, die sich bis weit in die Vergangenheit in der Küche abrackerten. Die im Rosengang gewebten rot-weissen Bänder, welche die Tücher zieren, werden zur liebevollen Geste. Im Freulerpalast ergänzte Heidi Arnold das schillernde Küchentuch mit einer roten Rose und installierte es neben einem Gemälde, das ein kleines Kind mit einem Rosenstrauss in den Armen einer Amme zeigt.

«For your eyes only»

In den 1970er- und 80er-Jahren war es üblich, Fernsehsendungen auf VHS-Videotapes ­aufzunehmen. Mit den neuen digitalen Technologien wurden die Bänder jedoch ­überflüssig. Anstatt sie fortzuwerfen, rollte Heidi Arnold die Magnetbänder ab und ­begann mit ihnen zu experimentieren. Schliesslich waren es Bänder, die sehr wohl auch verwebt werden konnten. Anfänglich kombinierte sie das Magnetband mit anderen Materialien. Die auf dem Band gespeicherten Filme gaben diesen Arbeiten ihre Titel. Im Freulerpalast ist davon «For your eyes only» zu sehen: der James Bond-Film aus dem Jahre 1981 mit Roger Moore lebt verwoben mit Papierschnur, Baumwollzwirn und Seide im Doppelgewebe dieses Bustiers fort.

«Videoband-Objekte»

Die Faszination für das Magnetband hält bis heute an und inspirierte Heidi Arnold zu einer Reihe von Arbeiten, die nicht mehr auf dem Webstuhl entstanden. In den von Hand gestalteten Objekten rückt das Material an sich ins Zentrum der Aufmerk­samkeit und tritt nicht mehr in einem Gewebe im Verbund mit anderen Materialien auf. Der Bezug zum Weben bleibt aber trotzdem sichtbar. Bei den zwei Objekten im 

Freulerpalast hat Heidi Arnold die Bänder bei dem einen wie in einer Leinenbindung, bei dem ande­ren wie in einer Köperbindung verarbeitet – zwei klassische Webtechniken. Die ­objekt­hafte Vergrösserung zeigt die Bindungen aber in einer völlig neuen Dimension. Die Techniken, die – vor allem für die Laien – in der geschlossenen Fläche der Gewebe zurücktreten, macht Heidi Arnold grossformatig sichtbar.

«Ordnung – Unordnung»

Weben beginnt mit einem Faden. Vertikale und horizontale Fäden werden mittels verschiedener Techniken verbunden. Im Grunde ist es ein materielles Experimentieren im Binärsystem von Kette und Schuss. Kommt der Faden drunter oder drüber? Ja oder Nein? Wahr oder Falsch? Aus diesem Vorgehen entsteht eine unendliche Vielfalt von Mustern und Gewebearten, die dann weiterverarbeitet werden zu Kleidern, Teppichen etc. Doch zieht man am Faden lösen sich die Objekte wieder auf in einem Haufen Faden. Diese losgelösten Fäden tendieren zum Chaos. Sie verwirren und verheddern sich in einem wilden Durcheinander.

 

Mit dem Objekt  «Ordnung – Unordnung» hat Heidi Arnold eine Arbeit geschaffen, die beide Zustände des Fadens – losgelöst und im Verbund – vereinen. Auf den ersten Blick sieht man nureinen sehr grossen Haufen aus losen Videobändern. Bei längerem Hinschauen sieht man, wie sich die Fäden an einer Stelle zu einem Gewebe verbinden. Die Ordnung tritt aus dem Chaos hervor und löst sich wieder auf. Man sieht weder den Anfang noch das Ende des Bandes; auch die Stelle, wo sich der Faden systematisch zu verknüpfen beginnt, ist nicht genau lokalisierbar. Doch gerade diese fliessenden Übergänge zeigen die potenzielle Transformation von Material in einen anderen Zustand. Und vielleicht lässt sich anhand dieser Installation auch nachempfinden, wie es Heidi Arnold jeweils in den Fingern jucken muss, wenn sie auf neues Material stösst.

«Videoband-Gemälde»

Bereits geht das Videoband wieder in eine neue Form über. Nun ist es Teil von zwei Gemälden geworden. Für das eine verwob Heidi Arnold die Bänder und spannte die losen Enden über die vier Bildkanten. Dann übermalte sie alles mit weisser Farbe. Und obwohl die Bänder stellenweise noch sichtbar sind, lässt die weisse Farbe die Materialeigenschaften verschwinden. Das eigentlich glatte und reflektierende Band wirkt so matt und spröd – man fühlt sich auch an Schilf oder Bast erinnert. Dafür wird die Struktur der Bänder und des Gewebes betont. 

Beim zweiten Gemälde hat Heidi Arnold Videobänder horizontal und vertikal auf die Bildfläche geklebt, so dass die Enden ein wenig über die Kanten reichen. Die lose flatternden Enden kontrastieren mit den flach geklebten Bändern, die so wirken als wären sie auf die Bildfläche gedruckt worden.

«Löntsch»

Eine Ausstellung bietet immer auch die Möglichkeit, auf den Ort und den Raum zu ­reagieren. Das Werk «Löntsch» hat sie speziell für den Freulerpalast geschaffen.Einmal mehr entzündete sich die Idee aus Restmaterial und der spezifischen räumlichen Situation. Eine grosse Fotografie am Ende eines

Raums zeigt die Löntsch, die aus dem Klöntalersee in die Linth fliesst. Heidi Arnold führt den gemalten Bach in einer langen schmalen Bodenarbeit fort. Auf einer weiss bemalten Holzfläche verteilte sie Video- bandstücke und überzog sie mit Transparentpapier. Die Stücke fliessen lose und ungeordnet – entsteht bereits eine neue Idee?

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Von Meret Arnold

Der Titel von Heidi Arnold-Trudels Aus­­stel­lung im Freuler­­­palast in Näfels stellt im­­pli­zit die Frage. Nylon, Draht, Video­bänder lautet die Ant­wort und macht gleich deut­lich, dass es sich hier nicht um eine tra­di­tio­nelle Weberin handelt. 

Zu Beginn ihrer Tätig­keit war Heidi Arnold fas­zi­niert von den Eigen­schaften der Kunst­­faser Nylon und es wurde zu ihrem bevor­­zugten Web­­material. Mit Nylon war Trans­­parenz im Material selbst an­gelegt und musste nicht wie ge­wöhn­lich im Weben über die Dichte von Kette und Schuss, also über die Zwischen­­räume er­zeugt werden. Die Trans­­parenz setzt Heidi Arnold auf viel­­fältige Art und Weise in ihren Ar­beiten ein: in Doppel- ge­weben oder anderen Formen von Material­­über­lagerungen, in Schatten­würfen, im Aus­­tausch mit dem Raum und nicht zu­letzt in den Material­wirkungen selbst. Bei alldem spielt die Fähig­keit von Nylon, Licht zu re­flek­tieren eine wich­tige Rolle. 

Das Licht verleiht den Nylon­­geweben ihre schillernde, oft­mals fliessende Qualität, die sich in jeder räum­lichen Situation wieder anders gestaltet.

Heidi Arnold lässt sich gerne von einem Material oder zufälligen Situationen und Konstellationen leiten. Auslöser für neue Ideen können die Reste eines vergangenen Projekts sein, zufällige Nachbar­schaften von Geweben und Objekten oder die Ent­deckung eines neuen Materials sein. Letzteres war der Fall beim Videoband. Es fiel ihr in die Hände, als die Video­samm­lung zuhause aufgrund der Digitalisierung plötz­­lich ­obsolet wurde. Das Magnetband weist zwar ganz andere Qualitäten auf als Nylon. Es ist opak, schwarz, breit und flach und reflektiert das Licht viel härter. Doch gerade diese spezifischen Eigenschaften inspirierten Arnold zu einer Reihe von Arbeiten und bereiteten ihr den weiteren Weg.

Häufig beginnt bei Heidi Arnold ein neues Projekt mit einem Experiment, das ­offen lässt, wohin es führt. Die Formate, Medien und Techniken sind dementsprechend viel­fältig. Es entstehen künstlerische Bilder, Objekte und Installationen aber auch Gebrauchs­gegen­stände wie beispiels­weise Küchentücher, Teppiche oder Raumteiler. Die Grenze zwischen Design­objekt und Kunstwerk bleibt offen. Interessant ist, dass alle ­Arbeiten, auch wenn Arnold Video­bänder und Farbe auf Holz ver­wendet, im Weben verwurzelt bleiben. Das Weben, die Technik des Verbindens von vertikalen und horizon­talen Fäden, bleibt der Ausgangs­punkt, führt aber zu unter­schied­lichsten Ergebnissen.

«Nylonbilder»

Textilien und Text, Weben und Schreiben haben viele Parallelen. In der Sprache haben sie einen gemeinsamen Ursprung: das lateinische texere bedeutet «weben, flechten». In dem Nylon­bild erscheinen die lose in Schlingen und Schleifen an der Kette be­festigten Fäden wie ein hand­schrift­liches Ge­kritzel. Sie wider­sprechen den regel­mässig ge­wo­­benen schwarzen und trans­parenten Bahnen, die das Muster des Gewebes bilden. Es sind Störungen in der Fliess­band­arbeit, wider­spenstige, eigen­sinnige Fäden in der gleich­mässigen Bewegung von links nach rechts.

Bei Heidi Arnold finden sich immer wieder Themen, die das Weben als Tätig­keit und als Technik auf­greifen, um daraus Werk­ideen zu ent­wickeln. Das zweite Nylon­­bild wirkt, als ob die Situation am Web­stuhl in ein Bild über­tragen worden sei. Der Web­­rahmen wird zum Bilder­rahmen, zwischen den sich vertikal die Kette aus trans­­paren­ten Nylon­fäden spannt. Im Mittel­bereich «hängt» ein Stück gewobene Fläche, ein schwarzes und weisses Recht­eck. Das schwarze Doppel­gewebe wölbt sich relief­artig und wird durch die Licht­reflek­tionen noch plas­tischer. Eine rote Line schiesst hori­zontal über die beiden Flächen und ver­bindet sie. Die auf allen Seiten sicht­baren Kett­fäden machen deutlich, wie ein Gewebe ent­steht und scheinen die Möglich­keit für unendlich viele Gewebe­formen und -muster offen­zu­lassen.

«Halt im Raum»

«Wenn ich meine Ware vom Web­stuhl nehme, bin ich häufig enttäuscht und lege das Gewebe zur Seite oder hänge es irgendwo auf. Vielleicht revidiert die Zeit mein Urteil. Oder es bringt mich plötzlich auf neue Ideen. Auch das erste Werk der Gruppe «Halt im Raum» ent­wickelte sich bei­läufig. Der Proto­typ, eine relativ schmale Bahn eines Doppel­­gewebes aus Nylon und Baum­w­olle, hing eine Weile in einer Ecke – zu­­fälliger­­weise neben einer Kletter­­pflanze, die dringend eine Stütze be­nötigte. Ich dachte, dass es ganz prak­tisch wäre, wenn die Ranke am Gewebe weiter­­wachsen könnte. Und so ent­­stand die In­­stal­­lation für die IGW-Aus­­stellung ‚Fliessende Grenzen’.»

Das trans­parente Doppel­gewebe gibt der Pflanze Halt: in seinem Zwischen­raum kann sie empor­klettern und wird mit Licht ver­sorgt. Es setzt ihr aber auch Schranken: Die Ranken haben nur inner­halb der Gewebe­­grenzen eine Stütze. Diese Rahmen die Pflanze wie ein Bild, das auf­grund der Trans­parenz des Nylons in jedem Raum ein anderes ist. Heidi Arnold hat noch zwei wei­tere solche Ar­beiten ge­schaffen. In der zweiten steckt eine Glüh­birne zwischen dem Ge­webe. Sein Licht wird an dem dunkel­blauen Gewebe re­flek­tiert, das je nach Licht­farbe der Lampe eine andere Qualität erhält. Das Doppel­gewebe aus Nylon er­gibt einen Moiré-Effekt, der in der dritten Arbeit be­­sonders zum Tragen kommt. Heidi Arnold ver­stärkte das Gewebe mit Elektro- und Kupfer­draht, so­dass sie es knüllen konnte, was die Licht- und Schatten­­kon­­traste viel­­­fäl­tiger werden lässt. Wie ein Schwall scheint sich die licht durch­­flutete Masse auf den Boden zu er­giessen, wo­bei sie den Boden aber knapp nicht be­rührt und sich so die ­Leich­tig­­keit und Be­­wegung erhält. Auch hier fügte sie Ob­jekte hinzu, die man aber erst bei näherem Hin­­sehen ent­deckt: Es sind kleine In­sekt­en, die ver­teilt in der Gewebe­­woge zu tanzen scheinen.

Container Carpet

Viele Arbeiten von Heidi Arnold be­wegen sich zwischen Ge­brauchs­gegen­stand und künst­lerischem Objekt. So auch der «Con­tainer Carpet», der für die Aus­stellung «Fäden Farben Formen» der IGW im Jahr 2002 ent­stand. Heidi Arnold webte einen kom­pakten Tep­pich aus Nylon, Sisal und Trikot­band, der in der Mitte von einem Nylon­­doppel­gewebe durch­brochen wird. Wie ein Bach be­wegt sich das un­regel­mässig ge­knüllte Band durch den Teppich. Einmal mehr er­hält das Licht re­flek­tierende Nylon eine fliessende Qualität. Wie der Titel be­sagt, ist der Mittel­streifen aber auch ein Be­hälter, ein Con­tainer, der unter­schied­liche Dinge mit sich führen kann. Heidi Arnold füllte ihn schon mit Steinen oder Rosen; und auch für den Wohn­raum un­üblicheres Ma­terial wie eine Pet­flasche oder ein Tee­sieb schwimmen manch­mal neben Zwei­gen oder Muscheln.

«Fiffi und Raupe»

Reste entwickeln bei Heidi Arnold häufig ein Eigen­leben. Wie Phönixe aus der Asche er­heben sich aus den Resten neue Ideen und Formen. «Fiffi» und «Raupe» haben ihr Da­sein der In­stal­lation «Halt im Raum» zu ver­danken. Arnold fing an mit dem Ma­terial zu spielen. Sie knickte und knüllte das mit Elektro- und Kupfer­draht ver­tärkte Nylon­gewebe und be­arbei­tete es, bis zwei Formen ent­standen, die ihr ge­fielen. Beide weisen im Innern einen Hohl­raum auf. Sind es Skul­pturen, Schalen, eine Tüte? Heidi Arnold lässt die Ant­wort offen. Sie heissen «Fiffi» und «Raupe», doch was sie genau sind, wissen viel­leicht nicht mal sie selbst.

«13 x 13»

Das Werk «13 x 13» schuf Heidi Arnold für die gleich­namige Aus­stellung der Regional­gruppe Zürich­see. Sie fertigte ein Gewebe aus Nylon und schwarzer Baum­wolle, das sie an­schlies­send in hundert Flächen à 13 x 13 cm teilte. Den schwarzen Schuss va­ri­ierte sie in der Dichte: So formten sich unter­schied­liche Muster von bei­nahe ge­schlos­sen schwar­zen Flächen bis zu Lini­en­reihen in grösseren Ab­ständen. Von den ge­schnit­tenen Qua­draten be­fes­tigte sie je­weils zwei über­ein­ander auf dünne Metall­stäb­chen und ordnete die Ge­stecke auf einer weiss ge­strich­enen Platte zu einem Qua­drat an. Die Stücke wellen sich in ver­schiedene Richtungen, so­dass sich eine luf­tige, flat­ternde Ober­fläche bildet. Eine andere Dynamik ergibt sich durch den Farb­verlauf zwischen der dunk­leren Mitte und den helleren Rändern. Das dunkle Zen­trum scheint einen Sog auf die Einzel­teile aus­zu­üben und hält sie da­durch bei­sammen. Da­durch, dass die Qua­drate an den oberen Enden der Metall­stäbchen ange­bracht sind, entsteht ausser­dem der Ein­druck, als würden sie über dem Boden schwe­ben. Eine weitere Ebene er­hält das Werk durch die Schatten­würfe auf der weissen Fläche, die Re­flek­tionen des Lichts im trans­parenten Nylon sowie die Muster und Tiefen­wir­kun­gen, die sich aus den Kom­bina­tionen und Über­lage­rungen der Gewebe­stücke ent­wickeln.

«Lichtsack»

Mit dem «Licht­sack» hat Heidi Arnold eine Skul­ptur ge­schaf­fen, die – wie der Titel be­sagt – Licht ein­fangen kann. Sie webte ein qua­dra­tisches Ge­webe von 130 x 130 cm Grösse aus Nylon und schwar­zer Baum­wolle, das sie dia­gonal fal­tete und hängend im Raum in­stal­lierte. Es ent­stand ein durch­sich­tiger, drei­di­men­sionaler Körper, dessen Vo­lumen von den schwar­zen Baum­woll­streifen ge­fasst wird. Auf­grund des trans­pa­ren­­ten, gewell­ten Ge­webes er­geben sich viel­fäl­tige Muster und Farb­ef­fekte. Scheint Licht di­rekt auf das Ge­bilde, ist es, als würde der Sack die Strah­len ein­fangen und sich mit Licht füllen.

«Schattenwürfe»

«Eines Abends spielte ich mit den Gewebe­resten der In­stal­lation «13×13». Ich rückte eine Lampe ­heran und be­obachtete die Schatte­nwirkungen. Hielt ich die Stoff­stücke nahe ans Licht, ent­stand ein klar um­ris­se­nes Schatten­bild; be­wegte ich die Lampe weiter weg, ver­schwam­men die Formen. ­Fas­zi­niert holte ich die Kamera und fing das Schau­spiel ein.» Die Schwar­zweiss-Foto­grafien ­zei­gen ­ver­grösserte Detail­auf­nahmen der Geweb­stücke im Zusam­men­spiel mit ihren Schatten. Heidi Arnold prä­sen­tierte die Bilder zu­sammen mit den Ge­weben, die vor den fotog­gra­fischen Ver­grös­se­run­gen wie kleine Skulpturen wirkten.

«Rosengänge»

Küchentücher gehören zum Standard­reper­toire der meisten Weber­innen. Auch Heidi Arnold fer­tigte be­reits einige Küchen­tücher. Doch wie so oft bleibt es bei ihr nicht dabei: das Küchen­tuch wird un­brauch­bar, weil sie es in Nylon webt und schluss­end­lich hängt es als künst­ler­isches Ob­jekt an der Wand. In der Aus­stel­lung «Impuls» [wo, von wem] in­sze­nierte sie de­rartige Küchen­tücher als Hommage an alle Frauen, die sich bis weit in die Ver­gan­gen­heit in der Küche ab­racker­ten. Die im Rosen­gang ge­webten rot-­weissen Bänder, welche die Tücher zieren, wer­den zur liebe­vollen Geste. Im Freuler­palast er­gänzte Heidi Arnold das schil­lernde Küchen­tuch mit einer roten Rose und in­stal­lierte es neben einem Ge­mälde, das ein kleines Kind mit einem Rosen­strauss in den Armen einer Amme zeigt.

«For your eyes only»

In den 1970er- und 80er-Jahren war es üblich, Fern­seh­sen­dungen auf VHS-Video­tapes ­auf­zu­nehmen. Mit den neuen digi­talen Tech­no­lo­gien wurden die Bänder jedoch über­flüssig. Ans­tatt sie fort­zu­werfen, rollte Heidi Arnold die Magnet­bänder ab und ­be­gann mit ihnen zu ex­pe­ri­men­tieren. Schliess­lich waren es Bänder, die sehr wohl auch ver­webt werden konn­ten. Anfäng­lich kom­binierte sie das Magnet­band mit an­deren Ma­te­rialien. Die auf dem Band ge­spei­cher­ten Filme gaben die­sen Ar­beiten ihre Titel. Im Freuler­palast ist davon «For your eyes only» zu sehen: der James Bond-Film aus dem Jahre 1981 mit Roger Moore lebt ver­woben mit Papierschnur, Baum­woll­zwirn und Seide im Doppel­gewebe dieses Bustiers fort.


«Videoband-Objekte»

Die Faszination für das Magnet­band hält bis heute an und in­spi­rierte Heidi Arnold zu einer Reihe von Ar­beiten, die nicht mehr auf dem Webs­tuhl ent­stan­den. In den von Hand ge­stal­teten Ob­jekten rückt das Ma­terial an sich ins Zen­trum der Auf­merk­­samkeit und tritt nicht mehr in einem Ge­webe im Ver­bund mit an­deren Mater­ialien auf. Der Bezug zum Weben bleibt aber trotz­dem sicht­bar. Bei den zwei Ob­jekten im Freuler­palast hat Heidi Arnold die Bänder bei dem einen wie in einer Leinenbindung, bei dem ande­ren wie in einer Köperbindung verarbeitet – zwei klassische Webtechniken. Die ­objekt­hafte Vergrösserung zeigt die Bindungen aber in einer völlig neuen Dimension. Die Techniken, die – vor allem für die Laien – in der geschlossenen Fläche der Gewebe zurücktreten, macht Heidi Arnold grossformatig sichtbar.

«Ordnung – Unordnung»

Weben beginnt mit einem Faden. Verti­kale und hori­zon­tale Fäden werden mittels ver­schie­dener Tech­niken ver­bunden. Im Grunde ist es ein mate­rielles Ex­peri­men­tieren im Binär­system von Kette und Schuss. Kommt der Faden drunter oder drüber? Ja oder Nein? Wahr oder Falsch? Aus diesem Vor­gehen ent­steht eine unend­liche Viel­falt von Mustern und Gewebe­arten, die dann weiter­ver­arbeitet werden zu Klei­dern, Teppi­chen etc. Doch zieht man am Faden lösen sich die Ob­jekte wieder auf in einem Haufen Faden. Diese los­ge­lösten Fäden ten­dieren zum Chaos. Sie ver­wirren und ver­heddern sich in einem wilden Durch­einander.

Mit dem Objekt  «Ordnung – Un­ord­nung» hat Heidi Arnold eine Ar­beit ge­schaf­fen, die beide Zu­stände des Fadens – los­ge­löst und im Ver­bund – ver­einen. Auf den ersten Blick sieht man nur einen sehr grossen Haufen aus losen Video­bändern. Bei längerem Hin­schauen sieht man, wie sich die Fäden an einer Stelle zu einem Ge­webe ver­binden. Die Ord­nung tritt aus dem Chaos her­vor und löst sich wie­der auf. Man sieht weder den An­fang noch das Ende des Ban­des; auch die Stelle, wo sich der Faden sy­ste&shyma­tisch zu ver­knüpfen be­ginnt, ist nicht genau loka­lisier­bar. Doch gerade diese flies­senden Über­gänge zeigen die poten­zielle Trans­for­mation von Material in einen anderen Zu­stand. Und viel­leicht lässt sich anhand dieser In­stal­lation auch nach­em­pfinden, wie es Heidi Arnold je­weils in den Fingern jucken muss, wenn sie auf neues Ma­terial stösst.

«Videoband-Gemälde»

Bereits geht das Video­band wieder in eine neue Form über. Nun ist es Teil von zwei Ge­mälden ge­worden. Für das eine ver­wob Heidi Arnold die Bänder und spannte die losen Enden über die vier Bild­kanten. Dann über­malte sie alles mit weisser Farbe. Und ob­wohl die Bänder stellen­weise noch sicht­bar sind, lässt die weisse Farbe die Material­eigen­schaften ver­schwinden. Das eigen­tlich glatte und reflek­tierende Band wirkt so matt und spröd – man fühlt sich auch an Schilf oder Bast er­innert. Dafür wird die Struk­tur der Bänder und des Gewebes betont.

Beim zweiten Ge­mälde hat Heidi Arnold Video­bänder hori­zon­tal und ver­tikal auf die Bild­fläche ge­klebt, so dass die Enden ein wenig über die Kanten reichen. Die lose flat­tern­den Enden kon­tras­tieren mit den flach ge­klebten Bändern, die so wirken als wären sie auf die Bild­fläche gedruckt worden.

«Löntsch»

Eine Ausstellung bietet immer auch die Mö­glich­keit, auf den Ort und den Raum zu ­re­agieren. Das Werk «Löntsch» hat sie spe­ziell für den Freuler­palast ge­schaffen.Einmal mehr ent­zün­dete sich die Idee aus Rest­material und der spezi­fischen räum­lichen Situa­tion. Eine grosse Foto­grafie am Ende eines Raums zeigt die Löntsch, die aus dem Klön­taler­see in die Linth fliesst. Heidi Arnold führt den gemalten Bach in einer langen schmalen Boden­arbeit fort. Auf einer weiss bemalten Holz­fläche ver­teilte sie Videoband­stücke und über­zog sie mit Trans­parent­papier. Die Stücke fliessen lose und unge­ordnet – ent­steht bereits eine neue Idee?

Der Ausstellungskatalog

VERWOBEN
Zum Anlass der Ausstellung «Verwoben» Ausstellung im Museum des Landes Glarus zum internationalen Museumstag «Lebendige Tradition» vom 17. Mai 2015 im Freulerpalast in Näfels, Kanton Glarus

Jede Ausgabe ist ein Unikat, ausgestattet mit einem originalem Videoband-Objekt, signiert und nummeriert

Format: 230 x 280 mm
Seiten: 64

Text: Meret Arnold
Gestaltung: Urs Arnold

Aufnahmen: Urs Arnold

Druck: okHaller Druck, Zürich

Buchbindung: Urs Arnold

Schrift: Lexicon Nº 2

Papier: Lessebo Rough White Offset-Preprint, 200 gm2

Erschienen im Selbstverlag

© Heidi Arnold 2015